Bericht zum Schnadegang 2013

Schützengesellschaft Rhoden „kontrolliert“ Grenze zu Orpethal

Traditioneller Schnadezug diesmal an Fronleichnam

Diemelstadt-Rhoden. Wie in vielen anderen Orten wird auch in Rhoden der Brauchtum des „Grenzbeganges“ seit nunmehr über 40 Jahren intensiv gepflegt. In diesem Jahr wurde von über 150 Schützen unter der Führung Kommandeur Lothar Melcher mit Königspaar Reinhold und Heidi Polzer sowie dem Schnadekundigen Walter Bracht an der Spitze der Grenzverlauf zwischen Rhoden und Orpethal abgegangen. Bürgermeister Elmar Schröder, gleichzeitig Major der Schützengesell-schaft Rhoden, nahm am Marsch von der Kirche zum Hilkenhohl teil, bevor der seinen Dienst bei der Schützengilde Wrexen aufnahmen, die am gleichen Tag ihren ersten Übungstag für das Schützenfest in Juli durchführte.

Alter Tradition folgend findet der Schnadezug der Schützengesellschaft Rhoden eigentlich jedes Jahr am Pfingstmontag statt. In diesem Jahr musste der Grenz-begang jedoch auf Fronleichnam verlegt werden, da die Rhoder Schützen an Pfingsten am Schützenfest in Landau teilnahmen.

Bei bestem Wanderwetter, sogar die Sonne blinzelte hin und wieder mal durch die Wolken, trafen sich am Donnerstag pünktlich um 9.00 Uhr die Rhoder Schützen vor der Kirche, um anschließend mit Begleitung der Schnadefahne unter den Klängen des Spielmannszuges Rhoden über die „Flüburg““und durch die „Lärchen“ zunächst zum „Hilkenhohl“ zu marschieren. Dort wurden die Rhoder Grenzgänger bereits von einer Abordnung Orpethaler Bürger mit Ortsvorsteher Rainer Runte an der Spitze erwartet.

Am Hilkenhohl fand zunächst ein Gottesdienst mit Pfarrerin Claudia Engler statt. Musikalisch mitgestaltet wurde Gottesdienst vom Posaunenchor sowie dem MGV „Concordia“ Rhoden. Im weiteren Verlauf wurde anschließend der rd. fünf Kilometer lange Grenzabschnitt zwischen Rhoden und Orpethal bis zum Endpunkt des diesjährigen Schnadezuges, am Pickhardshammer in Orpethal, durch die zahlreichen Grenzgänger kontrolliert.

„Der Stein – Die Grenze – In Ewigkeit“ – 13 historische Grenzsteine kontrolliert

Die Schnadekommission der Schützengesellschaft Rhoden hatte dazu bereits im Vorfeld die vorhandenen Grenzsteine freigelegt und entsprechend gekennzeichnet. Dabei wurde ein zusätzlicher historischer Grenzstein bei der sog. „Ehe“, neu gesetzt, um die die abknickende Grenze nun besser wiederzufinden. Dieser neu gesetzte Stein lag Jahrzehnte mehr oder weniger im „Dornröschenschlaf“ im Quast, auf dem höchsten Punkt von Stockstein, weit weg von irgendwelchen Grenzen. Die Mitglieder der Schnadekommission haben den bei Forstarbeiten leider zerbrochenen, schweren historischen Grenzstein gesichert. Durch den „Steinwart“ Karl Bracht wurde der Stein wieder fachmännisch repariert. Nach der Sanierung wurde der kleine Stein-Koloss durch die Schnadekommission zur „Ehe“ verfrachtet und fachmännisch neu gesetzt, so dass der historische Grenzstein nunmehr für die Nachwelt erhalten bleibt.

Der erste, der auf diesem Grenzstein im Rahmen des Schnadezuges gestutzt wurde, war der neue Leiter der Revierförsterei Rhoden, Christian Hegen. Selbstverständlich wurden auch wieder zahlreiche Schützen und Gäste des Schnadezuges entsprech-end der Tradition vom „Stutzkommando“ unter der Leitung des Schnadekundigen Walter Bracht auf den insgesamt 13 kontrollierten Grenzsteinen „gestutzt“. Insgesamt 65 Grenzgänger, darunter auch Kinderkönig Philipp Gräbe und viele Kinder, wurden auf die einzelnen Grenzsteine gehoben.

An der „Ehe“ vollzog sich auch ein Wechsel bei der Schnadekommission. Der langjährige Schnadekundige Walter Bracht, der mit seinem geschichtlichen Fach-wissen jahrelang die Schnadezüge der Schützengesellschaft Rhoden federführend organisiert und die einzelnen Grenzabschnitte fachmännisch und interessant vorgestellt hatte, gab den „Stab“ des Schnadekundigen an Friedhelm Gerke weiter, der von da an auch die weitere Führung des Schnadezuges übernahm.

Walter Bracht, der der Schnadekommission seit 1992 angehört und ab 2001 als Schnade-kundiger die Schnadezüge federführend begleitet, wird aber der Schützen-gesellschaft weiterhin mit fachmännischen Rat erhalten bleiben.

Zum Ausklang des Schnadezuges fand ein gemütliches Beisammensein der zahlreichen Grenzgänger am Endpunkt am Pickhardshammer in Orpethal statt. Die Versorgung der zahlreichen Grenzgänger hatte in diesem Jahr die 1. Kompanie übernommen.