Lanzengarde

Lanzengarde

Die Lanzengarde ist die erste Gruppe, die nach 1966 mit historischen Uniformen ausgestattet wurde. Aber die Lanzengarde bzw. die Lanzenträger gab es schon vorher. Vor 1966 waren die Lanzenträger mit schwarzen Anzügen, Zylindern und Schärpen bekleidet.

Sie waren die Leibwache des Königs. Nach 1966 wurde die Lanzengarde mit Gewandungen aus Samt ausgestattet, die es in verschiedenen Farben gab: Hellblau, Dunkelblau, Grün, Schwarz und Rot. Es wurden 12 Uniformen angeschafft, die später in den Jahren 1995 und 2000 in 2 Schritten nach einmal komplett erneuert wurden. Die Lanzengarde trug Hüte, die ebenfalls aus Samt waren. Hüte, Hosen und Jacken waren zusätzlich mit farblichen Applikationen versehen.

Die Lanzengarde trug neben den Lanzen auch Kurzschwert-Attrappen und helle Wollstrümpfe. Die beiden Gruppenführer trugen Langschwerter und später kamen noch 2 Landsknechtstrommeln dazu. Die Lanzengarde ging zunächst nicht regelmäßig mit zu auswärtigen Schützenfesten, da die Uniformen geschont werden sollten. Erst später war die Gruppe dann regelmäßig bei auswärtigen Festen dabei.

Zum Schützenfest 2015 wurde auch die Lanzengarde mit neuen Uniformen ausgestattet, die dem Rhoder Uniformkonzept für Landsknechte entsprechen und zeitgeschichtlich in der Gründerzeit der Schützengesellschaft
angesiedelt sind. Mit großer Begeisterung waren die Mitglieder der Gruppe bereit, in die individuellen und hochwertigen Gewandungen zu investieren.

Die ungewöhnlich bunte, geteilte und vielfältig geschlitzte Uniform entspricht nun auch im Stoff und Farben dem 16. Jahrhundert, also der Zeit der Landsknechte. Die auffallende Kleidung war zu jener Zeit ein Markenzeichen der „Landsknechte“, durch das sie sich auch nach außen hin als Gruppe darstellten.

Der Kleidungsstil ließ trotz der gewollten und erkennbaren Gemeinsamkeiten genügend Freiraum für den individuellen Geschmack des einzelnen Landsknechts. Zum Militär gehört heutzutage ganz selbstverständlich eine Uniform. Zu Zeiten der Landsknechte war dies noch nicht der Fall. So hat sich jeder Schützenbruder der „Lanzengarde“ – zeitgeschichtlich passend – ein individuelles Schnittmuster ausgewählt; keine Uniform gleicht der Anderen – jede Uniform ist ein Unikat.

Bewaffnet sind die Männer der Lanzengarde mit originalgetreuen, geschmiedeten Hellebarden und jeweils individuell handgeschmiedeten Kurzschwertern, sogenannten Katzbalgern. Einige in der Gruppe tragen dazu Kuhmaulschuhe, die im 16.Jahrhundert von vielen Männern und Frauen in Europa getragen wurden.

Die aktuelle Soll-Stärke der Lanzengarde liegt bei 18 Mann.